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22.07.10 „Spannung.Leistung.Widerstand“ Magnetbanduntergrund DDR 1979 – 1990“
Geschrieben am 15. Juli 2010 Keine KommentareZeit: Fr, 20.00 Uhr Referent: Alexander Pehlemann ist Herausgeber des Kulturmagazins „ZONIC – Kulturelle Randstandsblicke & Involvierungsmomente“ und Mit-Herausgeber des Buches „Spannung.Leistung.Widerstand“. Er lebt zurzei als Journalist, Booker, Kulturnetzwerker und Mitglied des Künstlerkollektivs Underwater Agents in Lepizig. www.zonic-online.de Der alte Osten war eine Transformationsgesellschaft. Aus nichts wurde wenig,
aber stets wurden alle Pläne übererfüllt. Die Kultur war dabei ein Transmissionsriemen, der die Nischen weitete. Nach Punk machten sich einige Sound-Enthusiast_innen auf, neue Wege übers Land zu gehen und begaben sich in synergetisch-synästhetische Wechselwirkungsprozesse voller Ungewissheit. Von Staat und Gesellschaft hatte sich die volkseigene Subkultur ohnehin längst verabschiedet, ebenso von deren reformistischem Oppositionspfusch. Die Grundhaltung war un- oder anti-politisch. Ironische Distanz war das Wichtigste; ein Überlebensmittel.
Der Vortrag möchte die Keller- und Wohnzimmer-Avantgarde der DDR vorstellen, in der Punks, Künstler_innen und Dichter_innen zusammenkamen bzw. aneinander gerieten. Dazu werden Hör- und Filmbeispiele vorgeführt, die nicht als Produkte im kapitalistischen Sinne, sondern als Kommunikationsmittel und kreative Existenzbeweise fungierten. Auch 2010 noch beeindrucken sie mit ihrem Charme und ihrer Widerborstigkeit und erzählen von einem randständigen Lebensgefühl in der DDR, abseits gesellschaftlicher Normierung. Dieses Lebensgefühl war Vorbote des Systemzusammenbruchs und forderte ganz unverhohlen das Existenzrecht des kreativen Individuums ein. Seine Spuren sind in der Musik von so unterschiedlichen Protagonist_innen wie Tarwater, To Rococo Rot, Carsten Nicolai und seinem Label Raster-Noton bis hin zu Rammstein noch immer zu hören. -
15.07.10 Bildungsbegriff und Bildungspolitik Einlassungen zur Hochschulpolitik
Geschrieben am 7. Juli 2010 Keine KommentareZeit: Do, 20.00 Uhr Referent: Elmar Rieger ist Professor für Soziologie an der Uni Bamberg. Im vergangenen Jahr wurde die U7 im Rahmen der Bildungsproteste besetzt
und ein so genannter „Bildungsstreik“ durchgeführt. Verschiedene Deutungsversuche der hochschulpolitischen Entwicklungen – auch über die bekannte Problematik von Studiengebühren und des Bolognaprozesses hinaus – treten dabei zueinander in Konkurrenz. Eine einheitliche Sichtweise existiert dabei weder auf Seiten der Studierenden, noch auf der des Mittelbaus oder der Professor_innenschaft.
Elmar Rieger wird seine diesbezügliche Perspektive zur Diskussion
stellen, wie es bereits während der „U7-Besetzung“ geplant war. -
08.07.10 „Du Papa, wenn ich groß bin, will ich auch mal Schließer werden“. Zum Verhältnis von Sozialpädagogik und sozialer bzw. kognitiver Schließung.
Geschrieben am 1. Juli 2010 Keine KommentareZeit: Do, 19.00 Uhr Referenten: Tobias Rausch studiert Diplompädagogik mit Schwerpunkt Sozialpädagogik im 9. Semester. Johannes Klas ist staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger und studiert im 6. Semester Lehramt an beruflichen Schulen (Sozialpädagogik und Sozialkunde).
Die Systeme der gesellschaftlichen Ordnung, wie Legislative, Exekutive und
Judikative, deren Funktion es ist, die staatliche Sicherheit zu gewährleisten, unddas Gesundheitswesen, welches für die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der sozialen, physischen und psychischen Integrität sorgt, haben jeweils das Ziel, einen Fall abzuschließen. Demgegenüber verfolgen Institutionen sozialer Hilfe den Zweck, zunächst einen Fall für sich zu erschließen und diesen möglichst lange an sich zu binden, um monetäre Mittel zu akquirieren, die ihre eigene Existenz sichern. Die Kernfrage des Vortrags soll es sein, inwieweit durch die Professionalisierung sozialer Hilfe, deren Ideal es ist, durch „sich selbst abschaffendes Handeln“ (Gildemeister) die Hilfebedürftigkeit des Klienten zu beenden, diesem Ideal entgegengewirkt wird und wie auf diesem Wege das Denken der dort Tätigen beeinflusst wird.
Wir laden ein zum Diskurs über eine reflexive Sicht auf Sozialpädagogik/Soziale Arbeit und auf professionell sozialpädagogisch Handelnde als Akteur_innen sozialer und kognitiver Schließung.
Achtung: Veranstaltungsbeginn um 19.00 Uhr! -
01.07.10 Menschenrechte, Entwicklung und Dekolonisierung Postkolonial-feministische Perspektiven auf ein Spannungsverhältnis
Geschrieben am 24. Juni 2010 Keine KommentareZeit: Do, 20.00 Uhr Referentin: Jeanette Ehrmann, Diplom-Politologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Gender/Postkoloniale Studien am Institut für Politikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt und am Exzellenzcluster 243 „Herausbildung normativer Ordnungen“. Seit ihrer völkerrechtlichen Kodifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg definieren Menschenrechte weltweit gültige moralische und politische Ansprüche von Individuen, zu deren Achtung und Durchsetzung sich die internationale Gemeinschaft verpflichtet hat. In ihrer Millenniumserklärung haben die Vereinten Nationen in bekräftigt, dass Armutsbekämpfung, Entwicklung und die Durchsetzung der Menschenrechte übergeordnete Handlungsfelder auf der Agenda internationaler Politik darstellen.
Internationale Menschenrechts- und Entwicklungspolitik ist vor dem Hintergrund asymmetrischer Nord-Süd-Verhältnisse jedoch durchaus problematisch.
Als universeller normativer Maßstab sind Menschenrechte umstritten – aufgrund ihrer europäischen Genese und ihrer Verstrickung mit der Geschichte des Kolonialismus. Der Vorwurf, sie würden für westliche Interessenpolitik funktionalisiert, wird immer wieder erhoben, und Entwicklungspolitik als Fortführung kolonialer Bevormundung und damit als neokoloniales Herrschaftsinstrument kritisiert.
Angesichts der weltweiten rechtlichen, sozialen und ökonomischen Diskriminierung von Frauen und der globalen Feminisierung von Armut zeigt erweist sich diese Kontroverse jedoch als äußerst prekär für Frauenrechte, die durch internationale Menschenrechtsstandards abgesichert werden.
Im Vortrag soll aus postkolonial-feministischer Perspektive das Spannungsverhältnis zwischen der weltweiten Durchsetzung von Menschenrechten, dem Diskurs um Gender and Development und dem noch immer unabgeschlossenen Prozess der Dekolonisierung beleuchtet werden. -
17.06.10 Post Porn Politics
Geschrieben am 10. Juni 2010 Keine KommentareWie sieht der emanzipative Porno aus?
Zeit: Do, 20.00 Uhr Referent: Philipp Eichhorn ist Pirat_innenkinoaktivist, betreibt den Webblog Marginalpop und schreibt u. a. für Testcard. Nein zu „PorNO“. Heutige Feministi_nnen haben Alice Schwarzers Pornohass
überwunden und Pornos als Mittel im Kampf gegen eine sexistische Gesellschaft freigegeben. Die Zeiten, in den Pornos von Männern für Männer gedreht wurden und Frauen nur unterwürfige Objekte darin waren, sind längst vorbei. Frauen und Genderaktivist_innen nehmen die Sache immer häufiger selbst in die Hand.
Statt sich über schlechte Pornos bloß zu beschweren, drehen sie einfach bessere. Während die Idee des emanzipatorischen und genderrollenkritischen Pornos bereits das linke Feuilleton begeistert, tappen die meisten Linken allerdings noch immer im Dunklen, was die Vorstellung von solchen Filmen und die Kenntnis der entsprechenden Szene betrifft. Der Vortrag versucht eine Einführung in den aktuellen Diskurs, die Szene und ihre Werke zu geben. Aber auch die Kritik daran soll nicht zu kurz kommen: Wo ist die Grenze zwischen Fetisch und Statement?
Was macht einen Porno queer oder feministisch? Kann es das überhaupt
geben? Und sind oder waren Pornos überhaupt jemals sexistisch?



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