Aufenthalt und Mehrzweck
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  • 20.05.10 – 20 Uhr – Unter dem Messer

    Geschrieben am 18. Mai 2010 Balthasar 1 Kommentar

    Kulturelles Recht oder Menschenrecht?

    Referentin: Janne Mende hat Ethnologie, Politikwissenschaft und Psychologie an der Freien Universität Berlin studiert und promoviert zurzeit zum Begriff kollektiver Menschenrechte und seiner Kritik. Aktuelle Veröffentlichung: „Emanzipation in der politischen Bildung. Theorien, Konzepte, Möglichkeiten“ (hrsg. gemeinsam mit Stefan Müller).

    Genitalbeschneidung bzw. Genitalverstümmelung bei Frauen und Mädchen
    ist eine weltweit sehr verschiedenartig ausgeführte Praxis, und seit langem
    Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen. Oft werden diese als Kontroverse
    zwischen westlichen und nicht-westlichen Vorstellungen wahrgenommen: Dem
    Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit wird dabei das Recht auf die
    Ausübung der eigenen Kultur, Tradition und/oder Religion entgegengesetzt
    und gegenüber der Kritik am Patriarchat die weibliche Handlungserweiterung
    betont, die in dieser Praxis liegen soll. Jedoch lassen sich die Gegner_innen
    weder eindeutig „dem Westen“, noch die Befürworter_innen eindeutig „dem Rest“
    zuordnen, und ebenso wenig kann dieser Konflikt auf einer Ebene gelöst werden,
    die Universalismus und Kulturrelativismus unvermittelt einander gegenüberstellt.
    Vielmehr müssen beide Seiten auf ihre jeweils emanzipatorischen und repressiven
    Momente und auf ihre inneren Implikationen hin befragt werden, ohne dabei
    die Kategorien ineinander verschwimmen zu lassen. Dafür ist nicht zuletzt ein
    Maßstab notwendig, der im Rückgriff auf Adorno als „Abschaffung menschlichen
    Leidens“ aufgezeigt und herausgearbeitet werden kann, denn: „Leiden beredt
    werden zu lassen, ist Bedingung aller Wahrheit“. (Adorno)

    Referentin: Janne Mende hat Ethnologie, Politikwissenschaft
    und Psychologie an der Freien Universität Berlin
    studiert und promoviert zurzeit zum Begriff
    kollektiver Menschenrechte und seiner Kritik.
    Aktuelle Veröffentlichung: „Emanzipation in
    der politischen Bildung. Theorien, Konzepte,
    Möglichkeiten“ (hrsg. gemeinsam mit Stefan Müller).
    fub
     

    Eine Antwort zu “20.05.10 – 20 Uhr – Unter dem Messer”

    1. hier der link zum gestern beworbenen buch:
      http://www.vs-verlag.de/Buch/978-3-531-17062-6/Probleme-der-Dialektik-heute.html

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