-
11.06.10 Erlösung durch Trash. Antideutsche Filmnacht.
Geschrieben am 4. Juni 2010 Keine KommentareZeit: Fr, 20.00 Uhr Organisation: festival contre le racisme in Zusammenarbeit mit dem Pirat_innenkino Ob WM, Dresden oder antifaschistischer Widerstand: Der neue deutsche Film
entdeckt Deutschland wieder als Ort von Opfern und Held_innen, als missverstandene Nation, deren wahre Größe unterschätzt wird. Filmemacher_innen, Fernsehsender und das Feuilleton sind endlich wieder gleich geschalten – wie seit 60 Jahren nicht mehr. Aber sind verlorene Fußballmeisterschaften und zerbombte Städte wirklich das Material, aus dem sich (neo-)nationales Selbstbewusstsein destillieren lässt? Und wie kann die Glorifizierung des Widerstandes gelingen, wenn die Nazis die schickeren Uniformen und die besseren Schauspieler_innen haben? Jenseits der deutschen Hochkultur gibt es sie aber noch: Filmemacher_innen, die den Kampf gegen nationale Selbstbeweihräucherung und den guten Geschmack fortsetzen.
Das festival contre le racisme präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Pirat_innenkino die erste „anti-deutsche“ Trash Nacht, u. a. mit Jörg Buttgereits „Captain Berlin vs. Hitler“:
„Wir schreiben das Jahr 1973. Deutschland glaubt sich in Sicherheit. Doch
Adolf Hitlers einstige Leibärztin Ilse von Blitzen hat es geschafft, sein Gehirn zu konservieren. Mit modernster Technik wird es zu neuem Leben erweckt, so dass der Führer wieder sprechen kann. Um dem Gehirn einen Körper zu verleihen, wird der Ostblock-Vampir Graf Dracula aus seiner Gruft befreit. Jetzt kann nur noch Deutschlands einziger Superheld helfen: Captain Berlin“
Dieser und andere Filme gehen der Frage nach: Wäre eine „Erlösung durch
Trash“ für das traumatisierte deutsche Volk möglich gewesen, wie sie beispielsweise in der US-amerikanischen (Captain America) oder der japanischen (Godzilla)Trivialkultur funktioniert hat? Vorbeikommen und herausfinden!
PS: Es gibt Popcorn!Einen Kommentar schreiben



Neueste Kommentare